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Was können Freunde und Bekannte tun, um Betroffenen zu helfen?

Einfach nur da sein!
Für Familie und Freunde  scheint es oft sehr schwierig zu sein, mit ungewollt kinderlosen Paaren umzugehen. Trauer ist immer unbequem. Deshalb versuchen Menschen oft, Trauernde zu trösten, in dem sie scheinbar „heitere Aussichten“ schaffen.

 

Sätze, wie „Ihr könnt doch immer noch ein Kind adoptieren“, oder „ du bist stark, das schaffst du schon, das geht schon vorbei, oder „wenn Ihr Euch entspannt, klappt es bestimmt noch“, sind dabei hoch im Kurs.

 

Trauernde macht es aber wütend, so getröstet zu werden. Man kann die Trauer über das nie geborene Kind nicht wegtrösten, nicht wegreden. Meist richten Trostversuche dieser Art nur mehr Schaden an. Denn die/der Betroffene wird sich dagegen auflehnen mit einem großen, inneren „Ja, aber !“ und sich verletzt zurückziehen.

 

Verletzt zu Recht. Denn schaut man mal genauer hin, was hinter solchen Aussagen steht, dann haben sie alle einen gemeinsamen Nenner: Sie sprechen – wenn auch unabsichtlich – der Betroffenen ihre Trauer ab. Sie alle haben den indirekten Beisatz: „ Es gibt keinen Grund zur Trauer“, oder „die Trauer wird vorbeigehen, Kopf hoch“.

 

Da dies natürlich nicht so ist, formulieren solche Aussagen eigentlich nur ein unbeschreibliches Unverständnis der Trauer und der/dem Trauernden gegenüber. Eine riesengroße Kluft.

 

Trauer ist unbeschreiblich. Vielleicht ist es die erste unbeschreibliche Situation, in den die/der Trauernde je gekommen ist. Dieser Zustand ist unfassbar. Er ist aber gleichzeitig auch so schlimm, so schrecklich, dass man ihn nur zu gerne beschreiben möchte.

 

Den Schmerz eines anderes erfassen kann nur, wer zuhört. Also öffnet Eure Herzenstüren und hört einfach nur zu.

 

Sagt nichts. Fragt! Seid einfach nur da!