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Selbsthilfegruppen und Beistand aus dem Internet (Martin Spiewak)

Ohne eine Hilfe, sagt Barbara Brassel, wäre sie „vor die Hunde gegangen“.

 

Ein Internetangebot zum Thema findet sich unter www.wunschkind.de und stammt von Elmar Breitbach, einem Frauenarzt aus Niedersachsen. Rund drei Millionen Mal werden seine Seiten im Monat aufgerufen, Hunderte von Betroffenen besuchen jeden Tag die verschiedenen Gesprächsforen. Niemals hätte er gedacht, dass die Nachfrage so groß werden kann, sagt Breitbach. Jeden Tag sitzt der Gynäkologe rund zwei Stunden vor dem Computer, antwortet auf Fragen, überwacht die Foren und holt sich selbst Anregungen für die eigene Praxis. Sein Angebot im Netz hat kinderlosen Frauen in Deutschland mehr geholfen als mancher IVF-Mediziner mit seinen Spritzen und Punktionen.

 

Viele Frauen loggen sich jeden Tag ins Netz ein. Zu Weihnachten, sei der Ansturm besonders groß, sagt Breitbach. „Nach dem Fest gehen die Frauen ins Internet und schreiben sich den Frust von der Seele.“

 

Marina Thomsen dagegen suchte nach dem dritten gescheiterten Versuch Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe. Fast in jeder größeren Stadt gibt es heute derartige Kreise, die Mehrheit hat sich zum bundesweiten Verein WUNSCHKIND e.V. zusammengeschlossen.

 

„Schon das Gespräch am Telefon hat mir geholfen“, erinnert sich Thomsen. Bis dahin hatte sie stets gedacht, sie müsste das Kinderproblem mit sich selbst abmachen. Als sie zum ersten Gruppenabend kam, bedauerte sie, nicht schon vorher dagewesen zu sein. Endlich konnte sie mit jemanden reden, der verstand, wie sie sich fühlte. Die Frauen sprechen über die Wirkungen der Medikamente, vergleichen Ärzte, trösten sich über ihre Mißerfolge hinweg – und freuen sich, wenn es klappt. Lange bleiben die Erfolgreichen jedoch nicht im Kreis. „Nichts ist in der Situation schwerer“, sagt Marina Thomsen, „als einen dicken Bauch zu sehen“.