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Meine Schwester ist ungewollt kinderlos... (Julia, 31 Jahre)

Auf einmal war es klar....   
In unserer Familie wird es wohl keine Kinder mehr geben.

Bei mir war es schon länger klar, denn ich lebe seit vielen Jahren mit einer Frau zusammen. Ich will die Möglichkeit nicht ausschließen, aber momentan ist es für mich kein so großes Thema.

Die Aussage meiner Schwester hat mich tief getroffen.
Auch sie und ihr Mann sind ungewollt Kinderlos.
Alle medizinischen Möglichkeiten probiert und ausgeschöpft.

Und das alles klingt so, wie eine Sache. Aber es ist keine Sache. Es ist einfach sehr bewegend. Es geht nicht um die Sorge, Nachkommen zu haben. In der Familie geht es darum, dass ein Familienmitglied leidet. Und die anderen nehmen daran teil.

Und es geht um noch so viel mehr...
Wie kann man unterstützen? Diese Situation verstehen?
Und das geht meiner Ansicht nur indem man zuhört.
Erst mal verstehen. Seinen Angehörigen - und dann sich selbst.

Erst dann geht es weiter.

Viele sagen ja sofort adoptiert doch. Aber die Lösung steht nicht in erster Linie. Sondern Verständnis.

Die Familie will Liebe und Unterstützung senden. - Ein schwerer Auftrag.
Es bedarf eigener Informationen und, auch wenn es inmmer noch ein Tabu-Thema ist: der Austausch mit engen Vetrauten ist wichtig. Er hilft einen mehr zu verstehen: den anderen und auch sich selbst.


Es ist vieleicht schwer nachzuvollziehen, wo meine Schwester zur Zeit steht, aber der Austausch auch zu anderen Freunden und Menschen hilft mir, um für sie und mich weiter zu gehen.

Das Thema nicht zu stark zu Tabuisieren' hat mir Offenheit gewährt.
Am Anfang noch nicht, aber eben so nach und nach.
Und auch meine eigene ungewollte Kinderlosigkeit hat mir da weitergeholfen.


Alles geht seinen Weg. Und ich bin gespannt wie wir alle ein wenig weiter gehen.......